Mit Viola hatte ich am Anfang so meine Schwierigkeiten.
Sie kam mir, mir gegenüber so abwehrend vor. So als könnte sie mich überhaupt nicht leiden, weil sie mich nicht richtig einschätzen kann.
Ungefähr so, als dächte sie über mich - was issen das für ne Tussi und so ein Weichei - Neeee, die brauch ich nicht, die lass ich nicht an mich ran.
Unsere Blicke wichen lange voreinander aus. Ja, ich traute mich gar nicht, Ihr in die Augen zu gucken. Aber warum eigentlich? Ich hatte keine Angst vor ihr. Aber ich merkte, ihr sollte ich lieber nicht zu nahe treten.
Vom Äußeren her erinnerte sie mich im ersten Moment an unsere Catcherlady von der Disko, die mich damals mächtig mies angemacht hat, nur weil meine Freundin einen Aufnäher einer verhassten Fußballmanschaft auf der Jeansjacke hatte. (Das waren noch Zeiten )
Also beobachtete ich sie erst einmal ganz unauffällig. So, dass ich absolut nichts mit ihr zu tun haben wollte, war es auch nicht.
Als nächstes fiel mir im Frühstücksraum auf, dass sie gerne ein paar coole und lockere Sprüche losließ. Das fand ich nicht schlecht.
Doch, dass sie gemeinsam mit Matze über jeden ablästerte, fand ich unangenehm. Da fühlte ich mich unwohl, weil ich dachte, was sie wohl an mir rummäkeln würde.
Naja, wenn mich dann Menschen doch interessieren, lasse ich ja nicht locker ;o). Als sie an einem Morgen mit der Aufschrift "Feuerwehr für immer" auf der Jacke in den Speiseraum kam, sprach ich sie an. "Du Viola, bist Du bei der Feuerwehr?". Das erste mal sah ich ein leichtes Lächeln in ihrem Gesicht. Es sprach wirklich Stolz aus ihrer Stimme, als sie mir sagte, dass sie das lange war. Ich fand das so toll, dass ich es ihr auch zeigte. Stellt Euch mal vor, die Viola hat schon echte Brände gelöscht - als Frau. Aber ich konnte es mir bei ihr gut vorstellen. Schon von der Statur her und auch bei ihrer Art.
Und schon war das Eis gebrochen. Ich lächle gerade.
Als es dann später Kathrin und mir auf Station zu brenzlig wurde und ich ja gegangen bin, tröstete sich Kathrin damit, dass sie die Schwestern bitten wollte, dass Viola zu ihr ins Zimmer verlegt wird. Ich muss Euch dazu sagen, dass ich mit Kathrin zum Schluss auf einem Zimmer lag und sie auch fürchterliche Angst vor den zwei agressiven Typen hatte. Mit Viola als meiner Nachfolgerin auf unserem Zimmer fühlte sie sich sicherer.
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Ich freue mich über einen regen Gedankenaustausch.